Eine gute Gliederung ist die halbe Miete. Dann kannst Du gezielt schreiben und kommst nicht in Zeitschwierigkeiten. Außerdem bist Du motivierter, weil Du schneller geschriebene Seiten siehst und damit Erfolgserlebnisse hast. Hüte Dich daher vor den folgenden Fehlern beim Gliedern.

1. Mehr als 7 Unterkapitel in einem Kapitel (sogar 5 sind schon viel)

Ein solches Kapitel ist nur eine Aneinanderreihung von Begriffen, von denen einige zusammengefasst oder geclustert werden können.

2. Kapitel 2.1 ohne 2.2 in der Gliederung

Das geht gar nicht. Wer 1 sagt, muss auch 2 sagen. Diesen Fehler wird der Betreuer sofort bemängeln. Und Punkte abziehen.

3. Mehr als 8 Kapitel auf 60 Seiten

Es gibt keine feste Regel, wie viele Kapitel es in einer Bachelorarbeit sein dürfen. Aber je mehr Kapitel es pro fester Seitenzahl sind, umso unausgewogener dürften die Kapitel sein. Gut sind 5 bis 6 Kapitel auf 60 Seiten. Bei Dissertationen sollten es auf 200 Seiten auch nicht mehr als 10 Kapitel sein. Die typische Bachelor oder Master Thesis hat 6 Kapitel.

4. Einwortige Überschriften in der Gliederung

Solche Überschriften lassen oft nicht erkennen, was dann genau in dem Kapitel steht. Der Gutachter will das aber schon vorher wissen. Also die Kapitelüberschrift "Theorie" zeigt deutlich, dass Du Dich nicht sehr angestrengt hast.

5. Überschriften über mehr als 2 Zeilen sind zu lang

In der Überschrift muss nicht schon die gesamte Botschaft des Kapitels stehen! Versuche es wenigstens, bei 2 Zeilen zu bleiben. Das macht auch das Inhaltsverzeichnis ausgewogener.

6. Nur formale Wörter als Überschriften in der Gliederung

Formale Wörter sind z.B. Theorieteil, Empirieteil, Befragung, Definitionen, Auswertung, Schlussteil u.ä.

Überschriften sollten immer inhaltliche Elemente enthalten wie z.B. Theorie der Kundenbindung oder Befragung zu den Erfahrungen mit Konzept A. Außerdem klingt Schlussteil nach: bin ich froooooh, dass es vorbei ist... Ich habe keine Energie mehr und kann nicht mehr klar denken. Damit das nicht passiert, solltest Du auf jeden Fall die Gliederung am Anfang machen.

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7. Nur 0,5 Seiten oder weniger bei einem Kapitel schreiben

Eine Überschrift soll den Text gliedern und nicht in kleinste Teile schreddern... Sind es weniger als 0,5 Seiten, solltest Du eine Zwischenüberschrift einfügen.

8. Fragen in Kapitelüberschriften der Gliederung

Fragen sind oft rhetorisch und suggestiv. Außerdem kann jemand die Frage anders verstehen als gemeint. Also besser weglassen und einfach schreiben, was drin steht.

9. Verben in Überschriften der Gliederung

Die Überschrift beschreibt den Inhalt des Kapitels, sachlich. Der Inhalt ist statisch und damit ist Aktion mittels Verben überflüssig. Schreibe also nicht Vorgehensweise herleiten sondern Vorgehensweise bei der Analyse.

10. Nur in einem Kapitel von 6 eine 4. oder gar 5. Ebene, wenn andere Kapitel der Gliederung nur 2 Ebenen haben

Grundsätzlich ist das nicht falsch. Aber es sieht unausgewogen aus. Daher fasse besser die Inhalte in den unteren Ebenen zusammen. Eine Option sind auch fette Zwischenüberschriften ohne Kapitelnummer.

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11. Vier oder sogar mehr Ebenen in der Gliederung bei nur 20 Seiten

Du kannst gar nicht so viel schreiben zu einem Kapitel. Bei 20 Seiten sollten es nicht mehr als 3 Ebenen sein.

12. Ein Kapitel hat 40 Seiten und die restlichen 4 haben nur 20 Seiten

Grundsätzlich ist das auch nicht falsch. Aber es sieht unausgewogen aus. Daher besser vermeiden. Schau Dir unsere Muster für eine Gliederung an.

13. Überschriften bezeichnen mit A und B und 1 und 2 und I und II und...

i und ii und a) und b) - alles durcheinander (außer in Jura! Da ist das normal!) Diese Art der Gliederung hat jede Menge Nachteile:

  • automatische Nummerierung geht nur schwer,
  • Inhaltsverzeichnis sieht schlimm aus,
  • diese Gliederung suggeriert eine zweifelhafte Hierarchie,
  • oft sind es nur formale Punkte wie Einleitung, Theorie, Empirie, Schluss.

So eine Aufteilung hilft nicht weiter. Nimm besser 1 und dann 2 mit 1.1 und 1.2 und 2.2. und 2.2.1 etc.

WICHTIG:

Sobald der Betreuer Vorgaben zur Struktur Deiner Bachelorarbeit oder Masterarbeit macht, musst Du diese Hinweise natürlich beachten. Selbstverständlich haben die Lehrstuhlanforderungen Vorrang!

Mit diesen Tipps wirst Du Deinen Betreuer auch in den Bann ziehen mit Deiner Arbeit. Und Du hast viel weniger Arbeit mit Deiner Arbeit.

Viel Erfolg beim Gliedern wünschen Dir

Silvio und das Team Aristolo

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