Das Thema der Bachelor- oder Masterarbeit macht das Schreiben der Thesis leicht oder schwer. Eine gute Wahl ist ein Thema mit möglichst wenigen Risiken. Die folgenden Tipps helfen Dir, Risiken bei der Entscheidung für ein Thema schon am Anfang zu vermeiden.

1. Bachelorarbeits- oder Masterarbeitsthemen mit zu wenigen passenden Quellen sind riskant.

Du brauchst natürlich Material, um einen wissenschaftlichen Text zu schreiben. Prüfe also schon am Anfang, wie viele wissenschaftliche Quellen Du zu den wichtigsten Begriffen deines Themas finden kannst. Nutze unsere Suchtipps für Google.

2. Verlangt ein Thema sehr spezielle Methoden ist es riskant.

Themen, die sich nur mit sehr speziellen Methoden bearbeiten lassen, sind nicht empfehlenswert. Solche speziellen Methoden sind beispielsweise bestimmte statistische Methoden zur Datenauswertung wie logistische Regression oder Conjoint-Analysen. Natürlich wirst Du reich belohnt, wenn Du mit solchen Methoden arbeitest: die Erkenntnisse sind oft einzigartig und der Betreuer ist aus dem Häuschen. Aber dazu musst Du diese Methoden erstmal beherrschen. Auf keinen Fall solltest Du so eine Arbeit einfach so anfangen und Dich dann nur auf Experten verlassen. Die sind erstens teuer und schwer zu finden und zweitens kannst du Deine Vorgehensweise Deinen Betreuern dann nicht selbst erklären.

3. Wenn das Thema sehr spezielle oder seltene Daten verlangt, musst Du vorsichtig sein!

Manche Fragen lassen sich nur mit sehr speziellen Daten beantworten. Deine Daten müssen beschaffbar sein! Klappt das nicht, ist Dein Thema hinfällig. Arbeiten über Korruption sind schwierig, weil es niemanden gibt, der darüber sprechen wird. Das gilt sowohl für empirische Arbeiten, als auch für Arbeiten in einem Unternehmen. Denke also immer daran, bevor Du Dich entscheidest. Kannst Du die benötigten Daten nicht auftreiben, oder darfst Du sie nicht öffentlich teilen, solltest Du über ein anderes Thema nachdenken.

4. Ein Tabu-Thema solltest Du in der Bachelorarbeit oder Masterarbeit nicht anfassen.

Es gibt sehr spannende Themen, die aber höchst problematisch zu bearbeiten sind. Denn entweder gibt es kaum Daten oder die Datenbeschaffung ist praktisch nicht möglich. Darunter fallen Themenbereiche wie Mobbing, Korruption, Steuerhinterziehung, jegliche Gewaltausübung, Fremdenfeindlichkeit und so weiter. Du kannst Dir sicher vorstellen, dass dazu niemand Auskunft geben will. Solche Themen lassen sich natürlich bearbeiten, wenn man in einer Strafvollzugsbehörde arbeitet. Falls nicht, dann überlege Dir besser ein anderes Thema für Deine Thesis.

5. Ein Thema ohne ausgearbeitete Modelle verspricht viel Leiden.

Es ist wie beim Bau eines Hauses: Das Bauen auf der grünen Wiese ist keine gute Idee. Es gibt keinerlei Anschlüsse, kein Wasser, kein Abwasser, kein Strom, kein Telefonnetz und vieles andere gibt es auch nicht – was aber erst auffällt, wenn es dann tatsächlich fehlt…

Finden sich für relevante Begriffe Deines Themas kaum Definitionen, ist das Thema nicht sehr empfehlenswert. Oft passiert es auch, dass es zwar viele Diskussionen über ein Thema gibt, aber noch keine tiefergehenden Analysen.

6. Wenn die Eigenleistung viel Vorarbeit braucht, dann lass das Thema lieber.

Klar, Eigenleistung ist nötig, sonst wird Deine Bachelorarbeit oder Masterarbeit ein reines Zusammenschreiben anderer Quellen. Dennoch: Wenn Du erst einmal extrem viel Vorarbeit leisten musst, verlierst Du sehr viel Zeit. Vermeide also Themen, bei denen Du die Literatur erst wochenlang aufarbeiten musst, ein eigenes Modell entwickeln musst, viele unterschiedliche Definitionen sortieren musst oder viele sich widersprechende Erkenntnisse und Meinungen diskutieren musst.

7. Wenn das Thema schon in anderen Arbeiten ausgelutscht wurde, wähle lieber ein anderes.

Gleichzeitig solltest Du jedoch auch das genaue Gegenteil vermeiden: über etwas schreiben, das schon zig Mal behandelt wurde. Versuche mal, dem Betreuer ein Thema über Mitarbeitermotivation, über Integrationsprobleme, Leseschwächen oder Diskriminierung am Arbeitsplatz vorzuschlagen. Das sind alles Themen, die schon in vielen Arbeiten abgehandelt worden sind. Eine eigene Fragestellung geht in diesen Themenbereichen nur noch empirisch.

8. Noch ein Risiko: das Thema verlangt viele englische Quellen.

Wenn Du Deine Bachelorarbeit oder Masterarbeit auf Deutsch verfasst, solltest Du überlegen, ob ein Thema Sinn macht, dass das Bearbeiten von vielen englischen Quellen voraussetzt. Selbst wenn Dein Englisch sehr gut ist: Fachliteratur auf Englisch verlangt einiges mehr als Alltags-Englisch.

9. Sensible Daten einer Firma solltest Du wenn möglich nicht benötigen.

Auch das kann ein Problem darstellen. Hole Dir vorher die schriftliche Erlaubnis, dass Du die sensiblen Daten verwenden und auch teilweise veröffentlichen darfst. Manche Unternehmen erlauben so etwas gar nicht. In jedem Fall ist eine Sperrklausel zu Beginn der Arbeit notwendig. Kläre dies VORHER ab, bevor Du das finale Thema für die Thesis formulierst. Nicht, dass Du am Ende ohne Daten dastehst…

10. Ist Dein Thema vom Lehrstuhl Teil eines komplexen Forschungsprojekts? Dann sei dreifach vorsichtig!

Bei einem solchen Thema bist Du sehr eingeschränkt und mit sehr speziellen Fragen konfrontiert. Außerdem bist Du eventuell von Mitarbeitern innerhalb des Lehrstuhls oder deren Informationen und Daten abhängig. Das muss vorher geklärt sein. Denn viele Projekte dauern einfach länger. Überlege Dir genau, ob Du so ein Thema umsetzen kannst.

Sei klug, prüfe zu Beginn!

  • Überprüfe, welche der genannten Risiken für Dich relevant sein können!
  • Kontrolliere diese Risiken!
  • Vermeide sie, wenn möglich!

Viel Erfolg beim Schreiben Deiner Bachelorarbeit oder Masterarbeit wünschen

Silvio Gerlach und das Aristolo-Team

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Wer ist Silvio Gerlach?

Silvio ist Thesis- und Diss-Coach seit 2003 und Gründer von Studeo und Aristolo in Berlin. Er liebt das Schreiben und ist Autor zahlreicher Bücher wie des Thesis Guides “In 31 Tagen zur Thesis“ und des Dissertation Guides “In 200 Tagen zur Diss“.
Silvio will jedem Studi EIN Semester sparen.

Mehr Infos: Silvio Gerlach